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        Andreas Kopp

         

        Nicht nur inhaltlich wäre Andreas Kopp am ehesten als „europäischer“ Künstler zu bezeichnen,
        denn 1959 in Amsterdam geboren, dort und in Hamburg, Den Haag und Köln beheimatet, um
        letztlich Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf zu studieren, lässt er sich schwerlich
        auf einen einzelnen prägenden Ort, auf eine stilistische Schule reduzieren.

        Seine erste institutionelle Einzelausstellung hatte er am Goethe-Institut Rotterdam (1991),
        die erste Galeriepräsentation in der Galerie Littmann in Basel (1992). Es folgten Ausstellungen
        im In- und Ausland (u.a. Kyoto und Osaka; zuletzt in Dublin und Zürich).

        Neben gezielten Projektförderungen und der Teilnahme an artist-in-residence-Programmen
        erhielt er den Barlach-Preis der Ernst-Barlach-Gesellschaft.

        Sein über das reine Tafelbild hinausgehende künstlerische Raumverständnis dokumentierte er an
        unterschiedlichsten architekturbezogenen Projekten; wo er, von der temporären „Talk-Lounge“ der
        Berliner Kunstmesse Artforum bis hin zur Magistralenhalle des technischen Rathauses Köln und der
        KölnArena künstlerische Lösungen auch im großen Massstab umsetzen konnte.

        Aktuell wird eine 10 m hohe Leuchtskulptur an der Autobahn im Süden Dublins realisiert.

        Gastdozenturen an verschiedenen Kunsthochschulen vervollständigen Andreas Kopps
        Vorstellungen
        von der Entwicklung und Vermittlung eines umfassenden Kunstbegriffes.



        Andreas Kopp und seine Tochter Naomi

         

         

        Das Narrenschiff

        Bei einem „Narrenschiff“ handelt es sich um eine spätmittelalterliche Moralsatire, einer Allegorie eines
        mit Narren bemannten Schiffes, in der einer verkehrten Welt deren Absurdität und Lasterhaftigkeit
        vorgehalten wird. „Das Narrenschiff“ zur Galerie auf der Schlei wird das in einer Rasenfläche ‘ versunkene ‘ Spantengerüst eines Segellastkahn sein.
        Diese schuyt ist nicht nur prototypisch für den Begriff eines Segelschiffes, sie scheint in ihrer
        schlichten Formgebung auch als Modell für die karnevalistischen Narrenwagen unserer Zeit fortzuleben.

        Das Spantengerüst des „Narrenschiffes“ ist gerade so tief in die Rasenfläche eingegraben, dass dies
        es - einer Wasserfläche gleich - wie einen schwimmenden Schiffskörper zu tragen scheint.
        Die Metaphorik der Wasserfläche wird durch die Farbe und Struktur der Grasfläche unterstützt.

        Statt Segel ist die Takellage mit (versteiften, bedruckten) Wimpeln bestückt, auf denen die trügerischen,
        teils zweifelhaften Hoffnungen und Ziele zeitgenössischen Gesellschaftslebens formuliert sind.
        Ziele (Begriffe) und Bewegung (des Schiffskörpers) verharren im Status unannäherbarer Hoffnung.
        Die Begriffe lauten:

        Glück – Zufriedenheit – mehr Geld – Unabhängigkeit – Sicherheit – Erfolg.

        Narrenschiff - Galerie auf der Schlei - Erfundenes Land

         

        Die Wanten bzw. Takelage des Schiffskorpus sind mit bunten Lichterketten versehen, wie sie vom
        Jahrmarkt oder Biergärten her bekannt sind. Sie verwirren den an dieser Stelle mit Positionslichtern
        bedienten nautischen Orientierungssinn und signalisieren ungleich ziellosere Geselligkeit.

        In Entsprechung zur Ausschreibung löst das hier vorgeschlagene Projekt eine gedankliche Überblendung
        von Wasser- und Landfläche aus. Es kann in seiner Fernwirkung als Orientierungspunkt zu Tage wie zur
        Nacht genutzt werden und mag in seiner Nahwirkung als Treffpunkt und Rastplatz in die
        Gesamtkonzeption der ‘Galerie auf der Schlei’ eingebunden werden.


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